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Freiheit

Verhältnis der Zustandsräume (das ist die Menge aller Zustände, die man annehmen kann, einschließlich der Pfade, um aus einem in den nächsten zu kommen) informationsverarbeitender, selbstreflexiv sowie untereinander wechselwirkender informationsverarbeitender Systeme (also auch Lebewesen) in einer evolvierenden (d.h. der Evolution unterworfenen) Umwelt. Wenn B, bezüglich ganz bestimmter abgegrenzter Wechselwirkungen, den aktuellen Zustandsraum von A als Untermenge seines eigenen besitzt, besitzt B mehr Freiheit als A. Der B-essere Schachspieler besitzt also auf dem Schachbrett mehr Freiheit, als sein schwächerer Gegner, der A-nfänger: er kann dessen Spiel spielen, aber nicht umgekehrt. Für beide scheint der Zustandsraum nach oben offen, obwohl Schach insgesamt ein deterministisches Spiel ist. Wenn B den möglichen Zustandsraum ausschöpfen würde, wäre seine Freiheit nach oben begrenzt, existierte also nicht. Wenn sich aber das Schachspiel selbst auch noch evolutionär entwickeln würde, wäre beider Freiheit unbeschränkt, gleichzeitig hätte B nach wie vor mehr Freiheit als A. Wenn B einen Zustandsraum hat, der sehr viel größer ist, als es die Gesamtheit der Modelle benötigt, die er anlegen kann, oder er diesen Zustandsraum beliebig erweitern kann (wie z.B. der Mensch mit dem Rechner), so besitzt B prinzipiell unbeschränkte Freiheit in seiner evolvierenden Welt. Diese Freiheitsdefinition umfaßt sogar einen Schöpfer C, der außerhalb dieser Welt in diese hineinwirkt. Die Existenz deterministischer Naturgesetze (Wenn Zustand Z1 existiert, muß Zustand Z2 eintreten) bedeutet nicht das Fehlen von Freiheit, sondern durch sie wird Freiheit erst ermöglicht. Entscheidend ist nämlich, wie Zustand Z1 zustandekommt. Es ist auch der Wissenschaft PRINZIPIELL nicht möglich, und wird nie möglich sein, abzuleiten, wie die übergroße Menge der Zustände, die für unsere Existenz entscheidend sind, zustandekommen. Wenn man für ihr Zustandekommen nur deterministische und Zufalls-Annahmen träfe, wäre unsere Existenz als Resultat einer Entwicklung, die mit dem Urknall begann, absurd. Gleichzeitig nimmt mit fortschreitender Erkenntnis der Phänomene die Menge derjenigen Phänomene zu, die wir noch nicht erkannt haben - ein deutliches Zeichen der Schöpfung. In einer evolvierenden Welt gibt es also tatsächlich qualitative Freiheit. Die Evolution der Welt und unsere heutige Existenz bedeutet insbesondere nicht die Abwesenheit von Gott; im Gegenteil, die Schöpfung findet gerade statt, und die Evolution ist eins ihrer Werkzeuge! Hieraus ergibt sich die Vernunft des Glaubens und die Unvernunft materialistischer Ideologie. Natürlich wirken konkrete Ausprägungen des Glaubens einfacher Menschen gegenüber hochkomplexen Theorien neomaterialistischer Wissenschaftler oft naiv, es fragt sich nur, welcher Ansatz zum Überleben der Menschheit besser geeignet ist.

  1. Freiheit ist prinzipiell unbeschränkt (wg. der Evolution)
  2. Freiheit ist meßbar
  3. Freiheit ist relativ

Die gängigen Freiheitsdefinitionen

  1. "Freiheit (A) ist, wenn ich tun und lassen kann, was ich will" (Freiheit der unfreien Manipulierten, die glauben, zu tun, was sie wollen, dabei tun sie, was der ihnen bzgl. Freiheit Überlegene will)
  2. "Freiheit (B), d.h. Herrschaft, aufgrund Einsicht in die Notwendigkeit" (Freiheit der überlegenen, herrschenden, aber in ihrem System gefangenen Analytiker, z.B. auf dem starren Schachbrett)

sind in sich widersprüchliche Vorstufen dieser Definition, die für eine bestimmte Menschheitsepoche genau den Herrschaftsinteressen der jeweiligen Machtelite entsprechen. Es ist interessant, wie beide falschen Begriffe der Freiheit mißbraucht werden, um Unfreiheit herzustellen.

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